Superflex „One, Two, Three, Swing!“ in der Tate Modern

"One, Two, Three, Swing!" und "Apathie" von Superflex, die Schaukeln und das Pendel in der Eingangshalle der Tate Modern, London. Foto: ©Kulturklitsche

In der großen Turbinen Halle des Londoner Museums Tate Modern schwingen Jung und Alt auf Schaukeln. Ist ein Spielplatz in die Eingangshalle eingezogen? So in etwa, das dänische Künstlerkollektiv hat in Kooperation mit der Hyundai Commission ein Kunstwerk aus schlanken, bunten Röhren und eben Schaukeln in die Tate Modern gebracht (bis 2. April 2018, Eintritt frei).

Erstmals ausgestellt: Widerstand mit „Art et liberté“

Art et Liberté: Umbruch, Krieg und Surrealismus in Ägypten (K20, 15.07. – 15.10.2017) Manifest, Vive l’art dégénéré (Es lebe die entartete Kunst), 1938, Papier, Scottish National Gallery of Modern Art Archive, Edinburgh Foto:© Kunstsammlung NRW

Noch nie wurden die Errungenschaften der antifaschistischen Künstlergruppe „Art et liberté“ ausgestellt. Das K20 in Düsseldorf präsentiert die Sonderausstellung mit dem Untertitel „Umbruch, Krieg und Surrealismus in Ägypten (1938 – 1948) bis zum 15. Oktober 2017. Die große Schau fungiert als Einleitung zur Ausstellung „Die exzentrische Moderne“ (ab 10. November 2017).

Opulent und einsichtsreich: „Gustav Klimt: Sämtliche Gemälde“

"Gustav Klimt: Sämtliche Gemälde", Copyright: Cover © TASCHEN / Photographe Luciano ROMANO, société Compagnie Immobilière SAS et consorts STOCLET Bildunterschrift: Cover of the German edition, Artikelbild Kulturklitsche

Der Taschen Verlag hat es sich zur Aufgabe gemacht, die sich leidenschaftlich streitende damalige Tagespresse – Klimt war auch ein skandal-umwitterter Künstler – wie auch die damalige Fachliteratur erstmals so ausgewertet zu Wort kommen zu lassen. Erfolg, Prestige, Schaffenskrise und Neuerfindung des Künstlers werden erläutert. Details der ornamentalen Werke, die es zum Teil noch nirgends anders gab, werden in zahlreichen Bildern in „Gustav Klimt: Sämtliche Gemälde“ offenbar. Dabei ist das Material durch die beeindruckenden Detailabbildungen beinahe spürbar.

„Kunst ins Leben!“ Der Sammler Hahn und die 60er Jahre

Daniel Spoerri Hahns Abendmahl, 1964 verschiedene Materialien 200 x 200 x 38 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2017 Foto: mumok, Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, ehemals Sammlung Hahn, Köln, "Kunst ins Leben" Museum Ludwig

Künstler im Europa der 60er Jahre hatten das Ziel, ein Zeichen gegen die faschistischen und nationalsozialistischen Zeiten zu setzen und die alt bewährten Kunsttraditionen mit neuen Konzepten durcheinander zu wirbeln. In Köln baute der Kunstsammler Wolfgang Hahn in dieser Zeit eine Sammlung jener Kunst auf, die im ganzen Rheinland ihresgleichen suchte.

Ein (fast) leeres Museum: Zehn Jahre Kolumba

Kolumba Museum, 10 Jahre, fast leeres Haus, Artikel Kulturklitsche.de

Stellen Sie sich vor, eines der schönsten Museen in Deutschland, bestückt mit hochwertigen Materialien bei einem minimalistischen, aber großzügigen Bau, räumt seine Räume fast leer. Die teils weiten, klaren und leeren Räume kann der Besucher erstmals ohne Ausstellungsobjekte unvermittelt auf sich wirken lassen. Und das sogar bei freiem Eintritt vom 19. bis zum 21. August 2017 unter dem Leitsatz: „Zehn Jahre Kolumba – Das (fast) leere Haus!“.

1937. Die Aktion „Entartete Kunst“ in Düsseldorf

Ehrenhof während der Ausstellung_Entartete Kunst_1938, links im Bild Otto Teich-Balgheim, rechts Werner Doede © Stadtmuseum Düsseldorf F7108

Die deutschen Museen verloren 1937 die Mehrheit ihrer Kunst des frühen 20. Jahrhunderts durch die Beschlagnahme sogenannter „entarteter“ Kunst – über 20.000 Werke. Über 1000 Kunstwerke entwendeten die Nationalsozialisten der Kunstsammlungen der Stadt Düsseldorf (heute Museum Kunstpalast). In der Reihe „SPOT ON“ zeigt der Museum Kunstpalast vom 14. Juli 2017 bis Sommer 2018 einige dieser damals sogenannten „entarteten“ Werke.

Bewusstwerdung, Öffnung, Toleranz: Documenta 14

Documenta 14 in Kassel, Hans Haacke (geb. 1936, Köln). "Wir (alle) sind das Volk." Blog Kulturklitsche

Kunst jetzt! Die 14. Documenta zeigt, warum genau jetzt eine Abwendung von der Akademie, von der Kunst der weißen Männer, der Elite wünschenswert und nötig ist. Vor 100 Jahren haben Künstler solch eine Abwendung begrüßt – jetzt ist es wieder einmal so weit, und das zu recht. Das lohnt sich, wie die Documenta 14 zweifelsohne beweist. Die Documenta zeigt alle vier Jahre zeitgenössische Kunst in einer weltweit bedeutenden Tragweite, dieses Jahr in Kassel vom 10. Juni bis zum 17. September 2017 und neu dazu – auch das ist eine Sensation – in Athen vom 8. April bis zum 16. Juli 2017.

„Cranach. Meister – Marke – Moderne“: Eintauchen in Cranachs Welt und Werk

Blick in die Ausstellung "Cranach. Meister - Marke - Moderne" im Museum Kunstpalast in Düsseldorf, Foto: Stefan Arendt, LVR-ZMB

Der Museum Kunstpalast in Düsseldorf zeigt mit der gigantischen Schau „Cranach. Meister – Marke – Moderne“ den wichtigsten Vertretern der deutschen Renaissance: Lucas Cranach der Ältere (1472–1553). Dabei ist die Ausstellung (8. April bis 30. Juli 2017) so vielseitig, interaktiv und multimedial, dass man gut und gerne einen ganzen Tag in die Welt und Zeit Cranachs eintauchen kann. Im Jubiläumsjahr der Reformation, wird Cranach, ein guter Freund Luthers, genau unter die Lupe genommen. Zahlreiche moderne Künstler hatten Cranach ebenfalls intensiv studiert, um sich seine meisterhafte Malweise auf die eine oder andere Art anzueignen – so z.B. Pablo Picasso, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Dix, Marcel Duchamp oder Andy Warhol.

„Magritte: Der Verrat der Bilder“ in der Frankfurter Schirn

René Magritte, This is not a pipe, 1935, Öl auf Leinwand, 27 × 41 cm, Privatsammlung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Wenn Philosophen Kunst machen: Der Surrealist Magritte kleidete sich stehts mit Anzug und Hut und dachte doch eher augenzwinkernd über die Bourgeoisie – und hatte ein ironisches Selbstbild. In seiner Kunst finden sich zu Hauf ironische Twists, magische Bilderrätsel und jede Menge Wahrheit zum Nachdenken. Noch bis 5. Juni 2017 widmet die Schirn René Magritte eine konzentrierte Einzelausstellung, die sein Verhältnis zur Philosophie seiner Zeit abbildet. Es ist die erste Ausstellung über den großen belgischen Surrealisten in Deutschland seit 20 Jahren. Magritte sah sich nicht als Künstler, sondern vielmehr als denkender Mensch, der seine Gedanken durch die Malerei vermittelt.