Art Cologne 2017: Mut zu Experimenten

ArtCologne2017, EckartHahn 2016, "One World", © Blog www.kulturklitsche.de

Die Art Cologne, Messe für internationale Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, war schon immer ein Schauplatz neuer Ideen und Impulse des Kunstszene. 2017 zeigt sie sich waghalsiger, als die Jahre zuvor – die heutige brisante Weltlage beflügelt Künstler scheinbar besonders zu Experimenten und Ausdrucksformen ihrer Weltsicht. Wie schaut die Welt aus, was fehlt ihr und wie soll sie sein? Die Themen Politik, Konsum, Gender, Gleichstellung, das Bild der Frau und des Mannes, die Psychologie des Schaffens und Seins, Freude und Trauer, sowie fernöstliche Ausdrucksformen finde ich auf der Art Cologne 2017 (25. bis 29. April).

Jünger, hipper, DIY: Die Internationale Fachmesse für Handarbeit + Hobby

h+h, Internationale Fachmesse für Handarbeit + Hobby in Köln, Foto: Für www.kulturklitsche.de only

Die h+h Cologne 2017 zieht in Zeiten des DIY-Booms zahlreiche Kreativ-Interessierte an und läuft vom 31. März bis zum 2. April. Individualisten, Hobby- und Profi-Kreative, sowie Aussteller aus der ganzen Welt treffen sich auf der Internationalen Fachmesse für Handarbeit + Hobby in den Kölner Messehallen. Aktuelle Trends, Fashion Shows, Materialien und Werkzeuge, Workshops und Inspiration bietet die h+h. Die zahlreichen DIY Blogs und Magazine befeuern und befriedigen das Bedürfnis nach DIY und Kreativität und die h+h tut ihre Seite der Neuigkeiten hinzu. Bunt ist sie, und für viele, die Handarbeit mögen, ist etwas dabei.

Pilgern ist nicht gleich religiös. Zu: „Pilgern – Sehnsucht nach Glück?“

Pilger am Kanyakumari-Tempel, Kap Komorin, Indien – das Key Visual zur Sonderausstellung „Pilgern – Sehnsucht nach Glück?“ Foto: Cornelia Mallebrein, 2006

Einmal um die Welt mit der Sonderausstellung im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln: „Pilgern – Sehnsucht nach Glück?“ Pilgern ist wieder modern. Aber was bedeutete pilgern damals und was heute? Sind das Rheinenergiestadion, der Kölner Karneval und die Gamescom moderne Pilgerziele? Wohin, auf der ganzen Welt, pilgern Menschen heute und warum? Was z.B. suchen Anhänger von gleich vier Religionen in eisiger Höhe am Berg Kailash in Tibet? Was ist dabei wichtig für die verschiedenen Weltreligionen und Weltkulturen und wie kann es dabei zu Konflikten kommen – bis hin zu politischen Auseinandersetzungen? Die vielseitige, multimediale und interaktive Sonderausstellung zeigt beeinruckende Objekte noch bis zum 9. April 2017.

Ausstellungsreview: „Otto Freundlich: Kosmischer Kommunismus“

Otto Freundlich Hommage aux peuples de couleur, 1938 175x 156,5 cm Mosaik Musées de Pontoise Foto: Donation Freundlich - Musées de Pontoise Im Museum Ludwig in der Ausstellung "Otto Freundlich: Kosmischer Kommunismus"

Als werter Freund von Pablo Picasso, Max Ernst, Wassily Kandinsky, Alfred Döblin, Robert Delaunay und anderen Künstlern schuf Otto Freundlich schon sehr früh abstrakte Kunst, um seine Philosophie des „Kosmischen Kommunismus“ mitzuteilen. Leider scheiterte sein progressives Handeln, den seine Kunst galt in der NS-Zeit als entartet und er, als Jude, wurde ermordet. Mit 80 Werken ist die Ausstellung „Otto Freundlich: Kosmischer Kommunismus“ im Museum Ludwig eine große Schau dieses Theorie- und Ausdrucks-starken Künstlers.

Ausstellungsreview „Gerhard Richter. Neue Bilder“

Gerhard Richter Abstraktes Bild (946-3), 2016 Öl auf Leinwand 175 x 250 cm © Gerhard Richter 2016 (221116)

Anlässlich des 85. Geburtstages von Gerhard Richter zeigt das Museum Ludwig in Köln noch nie veröffentlichte Bilder des teuersten, lebenden Künstlers (9. Februar – 1. Mai 2017). Kann man Realität überhaupt darstellen? Das ist eine Frage, die den Künstler zentral bewegt. Viele abstrakte, sehr leuchtend bunte Gemälde, die 2016 entstanden, sind in der Schau zu sehen. Zudem werden Klassiker aus Richters Schaffen präsentiert, die sich bereits in der Sammlung Ludwig befanden.

„Von Dürer bis van Gogh“: Wie wirken Bilderpaare im Dialog miteinander?

Alfred Sisley, Regatta in Hampton Court, 1874, Öl auf Leinwand, Stiftung Sammlung E.G. Bührle, Zürich, Vermächtnis Dr. Dieter Bührle, Foto: Dominic Büttner, Zürich

Was hat ein Dürer aus dem 16. Jahrhundert mit einem Gemälde von Georges Braque aus dem Jahr 1912 zu tun? Was ein Stilleben aus dem 17. Jahrhundert von Willem Claesz Heda mit einem Stilleben von Picasso aus dem 20. Jahrhundert? Wie führte der Impressionimus in die Moderne? Die Ausstellung „Von Dürer bis van Gogh“, welche nur in Köln zu sehen sein wird, gibt mit Meisterwerken des Mittelalters bis ins 20. Jahrhundert Antworten auf diese Fragen. Die Sammlung Bührle trifft auf diese des Wallraf-Richartz-Museums in Köln (23. September 2016 bis 29. Januar 2017 – auf Grund des Erfolgs verlängert bis zum 12. Februar 2017).

„Meine Zeit mit Cézanne“: Ein tiefer Einblick in zwei Künstlerseelen

Pressebild pathefilms.ch, "Meine Zeit mit Cézanne" mit Guillaume Canet & Guillaume Galienne; autorisée dans le contexte de la promotion du film.

Die tiefe Freundschaft zwischen den Impressionisten Émile Zola und Paul Cézanne, die im Film „Meine Zeit mit Cézanne“ mitreißend erzählt wird, begann im Frankreich des 19. Jahrhunderts, wie vielleicht viele Freundschaften heute in Deutschland und auf der ganzen Welt beginnen: Der junge Zola zieht nach Aix-en-Provence und wird allein auf Grund seines ausländischen Namens von ein paar Mitschülern auf dem Schulhof belästigt. Cézanne verteidigt ihn und zögert nicht, sich für Zola zwischen ihn und die rüpelnde Meute zu werfen.